Kehlkopf, Ohren und die benachbarten Resonanzräume Nasenraum, Mundraum und Brustraum spielen beim Singvorgang eine besondere Rolle. Sie sorgen für Klangfülle und Tragfähigkeit unserer Stimme. Je öfter wir singen, desto bereitwilliger stellen sich unsere Resonanzräume - übrigens auch beim Sprechen - dem Stimmklang zur Verfügung.
Die Funktionale Stimmpädagogik geht davon aus, dass für eine optimale Nutzung unserer Stimmfunktion keine Sing-, Sprech- oder Atemtechniken erlernt werden müssen, sondern wir auf die von der Natur in uns angelegten Selbstregulierungskräfte vertrauen dürfen.
Über die Beteiligung aller Resonanzräume, Stimulation unserer Sinnesorgane und Klangrückkoppelung sind wir sehr gut in der Lage, die Zusammenhänge zwischen Hören, Körper, Atem und Stimme aufzuspüren. Durch wertfreie Körper- und Klangwahrnehmung stellen sich die Körperräume freiwillig dem Klang zur Verfügung und können sich miteinander optimal vernetzen.
Unser Stimmklang ist dazu befähigt, hohe Frequenzen zu integrieren und zu entwickeln. Je öfter und bewusster wir hohe Frequenzen hören, desto besser können wir sie in anderen Klängen differenziert und bewusst wieder erkennen, z. B. auch in unserem eigenen Stimmklang. Diese Fähigkeit ermöglicht uns, mit der Zeit spielerisch und mühelos eine klangvollere und tragfähigere Stimme zu entwickeln.
Gleichzeitig wird dadurch unser Nervensystem angeregt, das den Wachheitszustand, die Gesamtspannung und die Aufrichtung unseres Körpers reguliert. Unser Körper lernt dabei einen Zustand der Wachheit, Klarheit, Gelassenheit und Wohlspannung kennen, in den er sich, je häufiger er ihn erlebt, immer schneller und tiefer hineinversetzen kann. Die Auflösung von Blockaden wird gefördert, unsere Energie wieder in Fluss gebracht. All das wirkt sich positiv aus auf unser Selbstbild und unsere innere Einstellung, unsere Ausstrahlung, Kreativität und Lebensfreude.